Binäre Optionen und MACD Indikator

Binäre Call- und Put-Optionen können nach Signalen gehandelt werden, die auch der MACD-Indikator liefert. Dieser gehört innerhalb der technischen Analyse zu den bekanntesten Indikatoren und wird von nahezu jedem Trader für den Handel von Aktien, Indizes, Rohstoffen und Forex-Paarungen eingesetzt. Das Kürzel MACD steht für Moving Average Convergence/Divergence, der Indikator zeigt also Konvergenzen und Divergenzen innerhalb gleitender Durchschnitte auf. Wichtig hierbei: Als Signalgeber allein funktioniert ein MACD nicht, Trader müssen außerdem Unterstützungen und Widerstände beachten.

Definition und Berechnung des MACD

Der MACD misst das Auseinander- oder Zusammenlaufen des GD (gleitender Durchschnitt). Der deutsche Trader Gerald Appel entwickelte in den späten 1970er Jahren diesen Trendfolger-Indikator und stellte ihn 1979 erstmals vor. Um ihn zu berechnen, misst ein Chart-Tool die Differenz zweier gleitender Durchschnitte aus unterschiedlichen Zeitintervallen. Hierbei handelt es sich um EMAs (Exponential Moving Averages), also der gleitenden Durchschnitte auf der Basis exponentieller Werte. Der MACD oszilliert um eine Triggerlinie, außerdem werden die Konvergenzen und Divergenzen (bullisch oder bärisch) angezeigt. Viele Trader verwenden die Signallinie direkt als Trigger für einen Kauf oder Verkauf, im Falle von Binären Optionen also für das Buchen von Call- oder Put-Optionen. Andere Optionen wären hiermit nicht hinsichtlich ihrer Erfolgschancen zu prognostizieren (Touch- oder Range-Optionen). Auch das Eingehen von Call- und Put-Optionen sollte wie erwähnt nicht allein auf dem MACD basieren. Dieser misst im Grunde das immanente Momentum und Marktschwünge, gleichzeitig wirkt er als Trendfolger und hat sich bei Trend-Tradern im Aktienhandel bewährt. Für die Berechnung des MACD subtrahiert ein Chart-Tool die beiden auf unterschiedlichen Zeitintervallen basierenden EMAs voneinander. Ein Gewichtungsfaktor α kann nach

  • α = 1-2:(l+1)

eingefügt werden, l wäre die Länge der Zeit. Das kann bedeutsam sein, weil ein Trader feststellen muss, welcher der beiden EMAs für ihn bedeutsamer ist. Die grundlegende Philosophie des MACD-Indikators besteht darin, dass der kürzere den längeren Trend bestätigen oder widerlegen kann. Beim Widerlegen entstünde ein Umkehrsignal, erkennbar an der bullischen oder bärischen Divergenz.

Signalinterpretation aus dem MACD

Man interpretiert den MACD auf folgende Weise:

  • Entweder überlagern sich die beiden aus dem langen und kurzen EMA abzuleitenden Trends, der Haupttrend ist daher auf allen Zeitebenen intakt, oder
  • der MACD läuft gegen seinen Trigger bis zum Gegentrend der MACD-Trendlinien gegen die Kurs-Trendlinien. Der Trend bricht.

Die MACD-Divergence zwischen MACD- und Kursverlauf kann Kauf- und Verkaufssignale je nach Kursrichtung auslösen. Das ist der Punkt, wo die Trader auf den Chart schauen müssen. Es gibt auch relativ eindeutige Signale aus dem MACD selbst, denn ein Schneiden der Triggerlinie durch die MACD-Trendlinie von unten nach oben ist ein Kaufsignal, der umgekehrte Vorgang ein Verkaufssignal. Dennoch sollten Trader von Binären Optionen generell ein Auge auf den Chart werfen. Der MACD ist kein reiner Kauf- oder Verkaufsindikator. Die eingestellten Zeitzonen spielen überdies eine Rolle. Gerald Appel entwickelte den MACD für den Aktienmarkt und Perioden zwischen neun und 26 Wochen, das müssen sich Trader Binärer Optionen auf der Zunge zergehen lassen. Auch im heutigen Aktienhandel kommen solche Zeitabschnitte zum Einsatz, die für den Handel mit Binären Optionen recht lang erscheinen.