Euro Rubel Umrechner – Euro Rubel Devisenkurs

Mit dem Währungspaar Euro Rubel treffen eine sehr junge Währung (der Euro) und eine traditionsreiche aufeinander. Es ist bei der landläufigen Währungspaarung Euro Rubel immer der russische Rubel gemeint, diesen gibt es auch als weißrussischen und transnistrischen Rubel.

Aktuelle Entwicklungen beim Euro Rubel

Im Frühjahr 2014 steigt der Euro gegen den Rubel, was wahrscheinlich direkt auf die politischen Unruhen in der Ukraine, den Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Russland und die Flucht des Kapitals aus Russland zurückzuführen ist. (NTV Bericht) Anfang Mai verzeichnet das Währungspaar Euro Rubel einen Kurs von 49,71 (Stand: 3. Mai 2014), das heißt, Russen müssen über 49 Rubel für einen Euro zahlen, wenn sie die Transaktion rein börslich vornehmen. In ihren oder europäischen Banken werden zusätzliche Wechselgebühren fällig.

Indes ist der Kurs, wenngleich er seit Anfang 2014 stark ansteigt, nicht so sehr ungewöhnlich: Im Jahr 2009 hatte die Paarung Euro Rubel ebenfalls den Stand von 46 Rubel gegen einen Euro erreicht. Zwischen 2010 und Ende 2013 bewegte sich die Paarung in einem relativ stabilen Korridor von rund 39 bis 43 Rubel gegen einen Euro. Das bedeutet unter anderem, dass die russische Wirtschaft recht robust ist und der europäischen durchaus die Stirn bieten kann. Ein wichtiger Fakt sind bei der Betrachtung dieser als Majorpaar klassifizierten Konstellation EUR/RUB die Leitzinsen der beiden Währungsräume: Die EZB hält die Zinsen in der Eurozone mit 0,25 % auf dem niedrigsten Stand seit der Einführung des Euros, in Russland hat die Zentralbank im April einen Zinsschritt von 7,0 auf 7,5 % vorgenommen. Russisches Geld ist teuer. Das Verhältnis der beiden Währungen zueinander lässt sich natürlich nicht nur aus der aktuellen Lage, sondern auch aus einem historischen Verständnis heraus verstehen.

Der Euro

Den Euro gibt es eigentlich schon länger als 1999, als er innerhalb der ursprünglichen Eurozone als Buchgeld existierte. Die Bargeldeinführung fand 2002 statt. Schon 1970 entwickelten die späteren ersten Euroländer das Projekt eng aneinandergekoppelter Währungskurse („Werner-Plan“), der Europäische Wechselkursverbund wurde schon 1972 ins Leben gerufen. Zwar machte das Ende des Bretton-Woods-Systems 1973 die wirklich enge Koppelung zunächst unmöglich, viele der ersten Teilnehmerländer traten bis 1978 wieder aus dem Währungsverbundsystem aus. 1979 wurde jedoch das offizielle EWS eingerichtet (Europäisches Währungsverbundsystem), es gab schon damals als Verrechnungseinheit den ECU. Seither stellte man zwischen dieser reinen Buchwährung und dem Rubel einen Wechselkurs fest, obgleich der Rubel aufgrund der maroden sowjetischen Wirtschaft höchstens zu gigantischen Wechselkursen zu handeln gewesen wäre.

Die Sowjetunion wickelte ihre Auslandsgeschäfte daher vorwiegend in harten westlichen Devisen ab. Mit der Einführung des offiziellen Euros 1999 musste allerdings ein Wechselkurs bzw. Devisenkurs festgelegt werden, der die Wirtschaftsräume Russlands und der ersten Euro-Teilnehmerländer betraf: Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, Finnland, Italien, Irland, Niederlande, Luxemburg, Portugal und Spanien. Seit 2001 ist Griechenland Euroland, seit 2007 Slowenien, seit 2008 Malta und Zypern, seit 2009 die Slowakei, seit 2011 Estland und seit 2014 Lettland.

Der Rubel

Im Währungspaar Euro Rubel ist Letzterer der unangefochtene Senior, erste Erwähnungen finden sich aus dem Jahr 1321. Das Wissen hierum ist deshalb wichtig, weil es kaum eine andere Währung der Welt mit so langer Geschichte gibt. Aus diesem Verständnis heraus erscheint die jüngere Geschichte – also eine Sowjetwirtschaft im 20. Jahrhundert ohne Kraft gegen westliche Prosperität – nur wie ein Wimpernschlag. Verantwortliche im heutigen Russland werden stolz auf die Geschichte ihrer Währung blicken und mit einigem Missmut konstatieren, dass das Majorpaar Euro Rubel sich aktuell stark zuungunsten des Rubels entwickelt.

Der Rubel basierte historisch auf einer Silberprägung, es gab ihn immer auch in Gold und damit sehr werthaltig. Ausgangspunkt der russischen Münze war Nowgorod, um das Jahr 1000 ein starkes Handelszentrum im russischen Reich, in welchem russische und ausländische Kaufleute miteinander in Silberbarren von 250 Gramm und kleineren Teilen aus ihnen handelten. Im 13. Jahrhundert begann man daraus Münzen zu prägen, die ab 1321 nach heutigem Erkenntnisstand Rubel hießen. Es folgten ein einheitliches Münzrecht und ab dem 18. Jahrhundert Münzprägungen in Silber und Gold in großer Zahl und Qualität, die denen mitteleuropäischer Münzen oft überlegen waren. Allerdings gab es auch damals schon inflationäre Entwicklungen und damit verbunden wirtschaftliche Verwerfungen. Die Sowjetunion führte schließlich den Rubel für das gesamte Riesenreich ein, davon blieben nach ihrem Zusammenbruch nur die drei vorn erwähnten Währungen übrig, wobei das Paar Euro Rubel nur den bedeutendsten russischen Rubel meint.