Euro Stoxx 50 Zusammensetzung und Handel

Im Aktienindex Euro Stoxx 50 werden 50 Unternehmen der Eurozone zusammengefasst. Etwas stärker gewichtete Indexwerte sind beispielsweise die deutsche Allianz, der belgische Brauereikonzern Anheuser-Busch, die deutschen Chemieunternehmen BASF und Bayer, der französische Total-Konzern (Öl, Gas), Siemens und der niederländische Nahrungsmittelkonzern Unilever. Im Prinzip bildet der Euro Stoxx 50 die durchschnittliche europäische Leitindexentwicklung ab.

Bedeutung des Euro Stoxx 50

Der Index zählt zu den wichtigsten Leitindizes der Welt und hat für den europäischen Kontinent in etwa die Bedeutung des Dow Jones, nicht aber die des viel breiter aufgestellten S&P 500. Wichtig zu wissen für deutsche Anleger und Trader: Der Euro Stoxx 50 geht keinesfalls mit dem Dax konform, auch wenn es vielfache Phasen sehr ähnlicher Entwicklungen gibt. Die französischen, britischen, belgischen, italienischen, spanischen, niederländischen und weitere europäische Aktienmärkte weisen teilweise völlig andere Entwicklungen auf, die von denen in Deutschland erheblich abweichen. In Phasen einheitlicher Entwicklungen in Europa wird der Euro Stoxx 50 stark beachtet, in uneinheitlichen Phasen wie seit 2007 vernachlässigen ihn viele Anleger, weil das Bild nicht repräsentativ erscheint. Wenn es zu einer nationalen Wirtschaft gute oder schlechte Nachrichten gibt, darf erwartet werden, dass der nationale Index darauf reagiert. Wenn ein Index jedoch Werte aus unterschiedlichsten Wirtschaften beinhaltet und sich diese Volkswirtschaften aktuell höchst unterschiedlich entwickeln, so lässt sich jedenfalls zwischen Index und volkswirtschaftlichem Zustand nur noch sehr schwer etwas ableiten.

Euro Stoxx 50 Zusammensetzung

Vom Index berechnet man einen Kurs- und einen Performanceindex (Kurs: ISIN EU0009658145, Performance: ISIN EU0009658152). Bei der Verständigung von Händlern untereinander meinen sie in der Regel den Kursindex (anders als beim Dax, wo der Performanceindex gemeint ist). Der Unterschied besteht in der Kumulation beim Performanceindex: Hier reinvestieren die Börsianer die Dividenden, beim Kursindex lassen sie diese unberücksichtigt. Alljährlich im September überprüfen die Betreiber – die Zürcher STOXX Ltd. (die zur Deutschen Börse und zur SIX Group gehört) – die Zusammensetzung der Werte im Index, entlassen nötigenfalls einzelne Werte aus dem Index und nehmen neue auf, wie das auch bei allen anderen Indizes geschieht. Als Auswahlkriterium zieht die STOXX Ltd. die Marktkapitalisierung unter Einbezug des Streubesitzes heran. Wie der Dax und alle anderen Indizes wird auch der Euro Stoxx 50 während des Börsengeschehens sekündlich aktualisiert. Seine Erstberechnung erfolgte 1998 mit einer Rückrechnung bis 1986, wobei man die Indexbasis auf 1.000 Punkte für den Jahresbeginn 1992 festsetzte. Schon mit der Einführung lag er weit über dieser Basis (knapp über 2.000 Punkte), im Februar 2000 wurden 5.000 Punkte erreicht und später noch überschritten, aktuell (Oktober 2013) liegt der Index bei knapp 3.000 Zählern.