Euro Yen Währungsrechner – Japanischen Yen umrechnen

Der Euro Yen steigt seit einem Jahr kontinuierlich an, was der zunehmenden Eurostärke im Zuge der Überwindung der jüngsten Krise geschuldet ist. Die japanische Währung hingegen kann sich bei der deflationären Wirtschaftspolitik des Landes nicht so recht erholen, sie fällt auch gegen andere Währungen zurück, besonders stark beispielsweise gegen das britische Pfund, aber auch gegen den Dollar (hier mit großen Volatilitäten) und gegen den Schweizer Franken. Indes steuert das Land gegen und bekämpft die Deflation, dieses seltsame Phänomen moderner Volkswirtschaften, von dem die Europäer ebenfalls demnächst betroffen sein könnten, wenn die EZB wie am 14. Mai 2014 angekündigt nochmals die Zinsen auf dann 0,1 % senkt. Die Japaner vermelden inzwischen einen Anstieg der Großhandelspreise (2,8 % im April), während die Werkzeugmaschinenindustrie steigende Auftragseingänge vermeldet (+48,8 % gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum). Das dürfte demnächst den Trend im Euro Yen zum Kippen bringen und wäre gesund für die Volkswirtschaften beider Währungsräume.

Euro Yen: Entwicklung im Währungsverhältnis

Das Verhältnis Euro Yen wurde erstmals 1999 festgestellt, nachdem der Euro als Buchgeld eingeführt worden war. Ab sofort stand der Yen einem neuen Big Player auf dem Sektor der Majorwährungen gegenüber, denn dass der Euro sich ab sofort zu einer wichtigen Leitwährung entwickeln würde, war von Anfang an klar. Es steht ein riesiges Wirtschaftsvolumen dahinter, wobei es sich um einige der stärksten Volkswirtschaften der Welt handelt. Inzwischen ist der Euro offizielles Zahlungsmittel in 18 europäischen Ländern (18. Staat: Lettland ab dem 01.01.2014), er wird von vielen Staaten der Welt als wichtige Reservewährung gehalten, was allerdings auch auf den Yen zutrifft.

Seit 2004 unterliegt der Kurs Euro Yen einer neuen arithmetischen Betrachtungsweise durch den Euro Currency Index, der das Verhältnis der vier Leitwährungen US-Dollar, japanischer Yen, britisches Pfund und Schweizer Franken zum Euro darstellt und bis 1971 zurückrechnet (Umrechnungskurs der D-Mark zum Euro: 1:1,95583). Auf diese Weise ließe sich feststellen, wie sich Euro Yen historisch entwickelt hätte. Diese Betrachtung ist für Währungsexperten manchmal interessant, wenn sie die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sowie ihre Auswirkungen auf dem Währungsmarkt miteinander abgleichen wollen, private Anleger, Devisentauscher und gewerbliche Unternehmen sind eher am aktuellen Verhältnis Euro Yen interessiert. Dieses lässt sich börslich oder über einen Währungsrechner feststellen, wobei Währungsrechner in der Regel ein- bis zweimal täglich, Börsenkurse hingegen sekündlich aktualisiert werden. Wer lange Entwicklungen betrachtet, wird beim Yen feststellen, dass dessen Wert seit den 1980er Jahren exorbitant gestiegen ist, nachdem das Land zum Global Player und zu einer der führenden Wirtschaftsmächte aufgestiegen war.

Zuvor war die traditionelle Währung, die es in Japan in ihrer modernen Form seit dem 19. Jahrhundert gibt, an den Dollar gekoppelt gewesen, diese Bindung wurde mit dem Scheitern des Bretton-Woods-Abkommens im Jahr 1973 aufgegeben. Trotz der zunehmenden Stärke des Yen in den letzten dreißig Jahren schwankt gerade diese Majorwährung teilweise heftig, was sich auch im Kurs Euro Yen niederschlägt. Dieser wurde 1999 mit 121,32 ¥/€ festgestellt, im Jahr 2000 waren es nur noch 99,47 ¥/€, 2007 dann 161,25 ¥/€ und 2013 schließlich 129,66 ¥/€ (aktuell: 139,22 ¥/€, Stand 15. Mai 2014). Diese enormen Schwankungen im Devisenkurs gibt es nicht nur beim Euro Yen, sondern auch im Außenverhältnis des Yen zu anderen Majorwährungen.

Aktuelle Entwicklungen bei den beiden Währungen

Während der Euro sich augenscheinlich von der letzten Krise erholt, vermeldet Japan im Mai 2014 ein Rekordtief bei der Leistungsbilanz. Das gegenteilige Leistungsbilanzdefizit ist mit 782,9 Milliarden Yen (rund 5,62 Milliarden Euro) auf den höchsten Wert seit 1996 gestiegen, während der Leistungsbilanzüberschuss umgekehrt auf 116,4 Milliarden Yen (836 Millionen Euro) sank, sodass sich eine Nettobilanz von -666,5 Milliarden Yen = -4,788 Milliarden Euro ergibt. Das könnte mit der gestiegenen Inflation in Japan zusammenpassen, denn die Leistungs- und Handelbilanzüberschüsse, beginnend schon in den 1980er Jahren, hatten Japan erst zu einem Wirtschaftsriesen und anschließend – nach dem Platzen der Immobilienblase in den 1990er Jahren – zu einem Staat mit deflationärem Finanzsystem gemacht. Die Entwicklungen im Verhältnis zum Euro betrifft das allerdings weniger.