Forex Trading: Vorteile von Anfängern

Neue Trader an der Forex beachten sehr oft die Statements von erfahrenen Marktteilnehmern, deren Trading-Kenntnisse doch offensichtlich, so sagt es der gesunde Menschenverstand, große Vorteile generieren müssten. Dem ist aber nicht unbedingt so, auch und gerade an der Forex nicht. Die Währungspaare gehen sehr oft eigene Wege, denen nur mit striktem Risikomanagement beizukommen ist – ein Handelsansatz, den die meisten Anfänger sorgfältig befolgen, während ihn “erfahrene” Trader manchmal sträflich vernachlässigen.

Die Forex bestraft Anmaßung

Allzu viel Erfahrung und Scheinkenntnisse, die manchmal sogar durch frühere Erfolge bestätigt wurden, können bei altgedienten Tradern zur Anmaßung führen. Diese suchen nach bekannten und “bewährten” Mustern, sind sich plötzlich sicher über die kommende Kursrichtung und weichen ihr Risikomanagement auf. Dieser Fehler rächt sich alsbald, denn echte Prognosen sind an der Forex nicht möglich. Jedoch lassen sie sich immer begründen: Trader schwenken von charttechnischer und durch das Risikomanagement determinierter Vorgehensweise zur fundamentalen Betrachtung über, finden aktuelle und glaubhafte Themen in den Wirtschaftsnachrichten und sind sich auf einmal sicher, dass der Euro künftig – wenigstens in den kommenden Stunden und Tagen – gegen den Dollar steigen muss. Er ist vielleicht in den letzten Wochen schon viel zu sehr gefallen, der Trend muss nun drehen. Das Einfachste wäre es, eine Call-Position mit sehr weitem Stopp einzugehen und sie einfach stehen zu lassen. Soeben hat der Kurs des Paares EUR/USD eine Konsolidierung ausgebildet, die der erfahrene Trader flugs als Boden identifiziert. Er bucht seinen Call und rechnet das Risiko gar nicht mehr nach. Dieser Fehler passiert einem Anfänger – wenn er sorgfältig handelt – an der Forex nicht. Im Ergebnis wird die Forex die Anmaßung des alten Hasen früher oder später bestrafen, denn dem Trend ist es egal, was der Trader gedacht hat. Er kann sich endlos fortsetzen.

Vorteile von Forex Anfängern

Jeder Trader begibt sich in größte Gefahr, wenn er eine Überzeugung über die Kursrichtung ausbildet. Der erfahrene Trader Joe Ross schrieb einmal, er hätte sich ein Blatt Papier an die Wand – hinter seinen Bildschirm – gehängt, auf dem steht: “Du weißt nicht, was passieren wird! Trade, was du siehst, nicht, was du glaubst!” Sobald Trader aber ihre Überzeugung gewonnen haben, suchen sie nach Informationen, die diese bestätigen könnten. Gegenteilige Informationen werden ausgeblendet. Der Hintergrund findet sich im sehr unbequemen Risikomanagement, das den Trader zwingt, seine Positionen recht klein, die Stopps knapp und die Diversifikation hoch zu halten, um pro Trade nicht mehr als ein bis zwei Prozent seines Gesamtkapitals zu riskieren. Der Anfänger nun hält sich aus Vorsicht an diese Regeln. Er hat sich oft schon eine blutige Nase geholt und wurde deshalb vorsichtig, vielleicht ist es auch ein absoluter Anfänger an der Forex, der einfach brav diese überall publizierten Regeln befolgt. Sie führen oft zu Frust, weil ein vielversprechender Einstieg durch die knappen Stopps ausgebremst wird, aber es gibt keinen anderen Weg. Viele der erfahrenen Trader kehren nach ihren anmaßenden Prognose-Ausflügen zu dieser Erkenntnis zurück. Wenn sie es nicht tun, verschwinden sie aus diesem Geschäft – meist mangels Kapital.

Ist die Forex also nur etwas für Anfänger?

Die hier publizierten Erkenntnisse treffen auf die Forex ganz besonders zu. Das hängt mit ihrer Eigenschaft zusammen, besonders in den Major-Paaren vorwiegend Swings auszubilden, und zwar auf allen Zeitebenen. Das bedeutet: Längere Trends sind eher nicht zu erwarten, was sie aber nicht grundsätzlich ausschließt. Unter diesen Umständen sind vor allem zwei Trading-Ansätze lukrativ: Daytrading und striktes Risikomanagement. Das ist bei Aktien, Rohstoffen und auch Aktienindizes nicht unbedingt der Fall, denn hier kann es wirklich hilfreich sein, einem wahrscheinlich langen Trend mit einem langen Stopp zu folgen. An der Forex könnten Anfänger daher wirklich vorteilhafter – weil vorsichtiger – handeln als sogenannte alte Hasen, doch Letztere werden sich alsbald wieder auf die genannten Grundgesetze des Risikomanagements besinnen. Dann betrachten sie die Forex mit der Vorsicht eines Anfängers und der Umsicht eines erfahrenen Händlers.