Forex und der Reichtum – Der Forex Millionär

Mit der Forex verbinden junge Trader, aber ebenso so die Suchmaschinen fast automatisch das Wort „Millionär“. Mit Forex wird man reich! So einfach scheint es zu sein, es gibt sogar Projekte, die das (mit echtem Geld natürlich) vormachen wollten und ein Teil des Zieles sogar erreicht haben. Solche Projekte ziehen Neueinsteiger magisch an. In der Tat ist nicht alles falsch, was über die Forex und den Reichtum berichtet wird.

Forex: Projekt „Forex Millionär“

Der deutsche Trader Kay Brendel rief im Jahr 2009 das Projekt „Forex Millionär“ ins Leben, ein ambitionierter Plan, aus 1.000 Euro Startkapital allein mit Einsätzen an der Forex (per Zertifikatehandel) auf eine Million Euro zu gelangen. Er schaffte immerhin über 76.000 Euro bis Ende 2010 und hat damit prozentual gesehen garantiert einen der Trading-Weltrekorde aufgestellt, die schwer zu toppen sind. Ende 2010 wechselte jedoch an der Forex die Volatilität, eine Folge der neuen Finanzpolitik in der Euro-Zone infolge der Krise in vielen europäischen Staaten. Auch der zunehmende Einsatz von Expert Advisors beim Derivatehandel an der Forex und inzwischen auch mit Lots verändert die Bewegungen der Währungskurse zueinander. Kay Brendel hätte seine Strategie rasch ändern müssen, was naturgemäß nicht so schnell geht. Zunächst einmal an dieser Stelle: Hut ab vor dem Können des jungen Traders, dem völlig zu Unrecht ein „Scheitern“ vorgeworfen wird (weil es nicht eine Million Euro wurden). Wer hier von Scheitern spricht, soll bitteschön die Performance von Kay Brendel nachmachen, egal wie.

Neue Wege an der Forex

In einem Interview äußerte sich Kay Brendel 2011 zu den neuen Verhältnissen an der Forex, die neue Wege erzwingen würden. Der Markt reagiere seit 2011 sehr stark auf News, die alten Regeln der technischen Analyse seien teilweise außer Kraft gesetzt, so Brendel. Das dürfte sich erst wieder ändern, wenn in der Eurozone ein neuer, gemeinsamer Fahrplan der Staaten bezüglich ihrer Wirtschaftspolitik gefunden sei. Inzwischen (Stand: September 2014) sind einige der Verwerfungen aus 2010/2011 überwunden, so etwa die Griechenlandkrise und die spanische Immobilienkrise, neue Schieflagen wie das französische Haushaltsdefizit oder die Pfund-Schwäche infolge einer möglichen schottischen Abspaltung sind allerdings aufgetaucht. Immerhin hat Kay Brendel insofern recht behalten, als dass im Sommer und Herbst 2014 an der Forex wirklich wieder rein technisch gehandelt werden kann. Nun taucht erneut die Frage auf: Ist es möglich, an der Forex schneller reich zu werden als anderswo?

Forex und Tradingpsychologie

Es gibt Stimmen, die das bezweifeln. Diese ebenfalls erfahrenen Trader schieben das aber keinesfalls auf die speziellen Verhältnisse an der Forex, sondern auf die Tradingpsychologie ganz allgemein, die ein Kumulieren des Kapitals bei immer größeren Summen immer schwieriger macht. Kumulieren bedeutet, dass Gewinne reinvestiert werden, in Reinkultur sogar vollständig. Bei der Reinvestition gibt es erneut Verluste und damit Drawdowns im Kapitalverlauf, das ist psychologisch nur sehr schwer zu ertragen. Allein das Risiko von mehreren Tausend Euro bei einem Trade halten eigentlich nur Menschen aus, die anderswo dieses Geld wirklich übrig haben. Es ist die Frage, ob sich solche Risiken an der Forex überhaupt lohnen.

Gewinnmöglichkeiten an der Forex

Wer sich über mögliche Gewinne an der Forex informieren will, wird Zahlen von 10 – 50 % pro Jahr, manchmal 100 – 200 % pro Jahr und hierzu die Aussage über ein nötiges Startkapital im mittleren fünfstelligen Bereich vorfinden. Neue und auch (biologisch) junge Trader sollten sich hiervon nicht allzu sehr beeindrucken lassen. Am Ende zählt mathematisch gesehen nur die prozentuale Performance an der Forex, die bei Kay Brendel – Drawdowns während der permanenten Kumulation einmal ausgeblendet – bei rund 3.000 % pro Jahr lag. In Worten: Dreitausend Prozent in einem Jahr. Wer sich darüber im Klaren ist, dass das eine enorme psychologische Hürde darstellt, möge in Gewinnphasen immer etwas Geld entnehmen und auf einem Festgeldkonto oder auch ganz banal zu Hause im Wäscheschrank parken, und zwar von Anfang an. Das führt möglicherweise wirklich zu Superprofiten an der Forex, die dafür nach wie vor gut ist.