Forex: Wer sind die Akteure?

Trader, die an der Forex (Foreign Exchange Market = Währungsmarkt) ihr Glück versuchen, müssen sich fragen, wie eigentlich dort die Preisbildung stattfindet. Bei Aktien und Rohstoffen scheint das relativ klar zu sein, Anleger investieren in die Werte, bei denen Steigerungen zu erwarten sind. Wie aber kommen das Devisenangebot und die Devisennachfrage zustande, aus welchen Motiven heraus kaufen und verkaufen Banken und institutionelle Investoren an der Forex?

Forex – größter Markt der Welt

Für das Jahr 2013 hat man einen Tagesumsatz von rund 5,3 Billionen Dollar an der Forex ermittelt, die damit unangefochten das Geschehen anführt. Dabei handelt es sich um einen relativ jungen Markt, denn die internationale Freigabe des börslichen Devisenhandels fand erst 1880 statt, während der Aktien- und Rohstoffhandel über Börsen knapp tausend Jahre alt ist. Es wurden zwar schon immer auch Währungen gegeneinander gehandelt, aber nicht zentralisiert wie über die Forex. Ihre größte Bedeutung erlangte die Forex ab Mitte des 20. Jahrhunderts mit dem Bretton-Woods-Abkommen, seinen Währungskorridoren und den sich etablierenden Mechanismen, mit denen Zentralbanken durch Währungskäufe und -verkäufe Kursinterventionen vornahmen.

Damit entstanden schon die Handelsstrukturen, auf denen die moderne Forex fußt. Ab den 1970er Jahren begann aus verschiedenen Gründen das freie Spiel der Wechselkurse, die Märkte wurden gerechter, aber auch riskanter. Die Rolle der Forex wurde immer bedeutsamer und ist es bis heute geblieben, denn die Stärke von Währungen sollte die Stärke der durch sie repräsentierten Wirtschaftsräume recht genau widerspiegeln. Innerhalb diverser Staats- und Bankenkrisen des 20. Jahrhunderts zeigte sich, dass die Forex gut organisierte Strukturen benötigt, die stets für eine ausreichende Liquidität auf dem Devisenmarkt sorgen. Diese Strukturen gibt es heute, sie sind durch spezielle Handelsplätze für das Geschehen an der Forex geprägt.

Marktteilnehmer der Forex

Die größten Marktteilnehmer an der Forex sind Banken, große Industrieunternehmen, Devisenmakler und Broker. Unter den Banken wiederum dominieren die Zentralbanken den Handel, die mit ihren Interventionen große Kursbewegungen verursachen können. Diese Interventionen finden statt, um das Devisengleichgewicht herzustellen oder aufrechtzuerhalten. Während bis in die späten 1990er Jahre der Forex-Handel börslich stattfand, agieren die Teilnehmer heute über elektronische Netzwerke direkt miteinander, jedoch werden die Kurse nach wie vor börslich festgestellt.

Trader, die von Bewegungen an der Forex partizipieren möchten, nutzen dazu überwiegend derivate Handelsinstrumente wie CFDs, Knock-outs, klassische und Binäre Optionen, deren Hebelwirkung auch mit kleineren Kapitaleinsätzen den gewinnbringenden Handel verspricht. Der Devisenkassa- und Terminverkauf sowie Devisenswapgeschäfte bleiben hingegen großen Marktteilnehmern vorbehalten, hier werden Lots gehandelt (100.000 Einheiten einer Währung). Private Interessenten am Forexhandel beschäftigen sich manchmal anfangs mit dem Lothandel (es gibt auch einen Mini- und Mikrolothandel mit 10.000 und 1.000 Währungseinheiten), in der Regel rücken sie aber schnell zugunsten der sehr viel preiswerteren Derivate davon ab.

Preisbildung an der Forex

Woher kommen das Angebot und die Nachfrage an der Forex? Die Marktteilnehmer handeln schließlich nicht zum Spaß miteinander, und um echte Produkte geht es nicht. Tatsächlich ergibt sich der “Preis” einer Währung infolge der Auslandsinvestitionen und -verkäufe der Unternehmen aus dem entsprechenden Währungsraum. Wenn deutsche Unternehmen im Dollarraum investieren und verkaufen, handeln sie in Dollar und müssen bei Handelsbilanzüberschüssen – sie verkaufen mehr, als sie kaufen – die mehr eingenommenen Dollar in Euro tauschen (und umgekehrt). Es bildet sich dadurch ein fairer Preis zwischen dem Dollar und dem Euro.

Das ist die makroökonomische Theorie, die von Zins- und Anlageentscheidungen flankiert wird. Sollte ein Währungsraum höhere Zinsen aufweisen, lohnt es sich für die Anleger, ihr Geld in das dortige Geld einzutauschen, um einen höheren Zinsgewinn zu generieren. Bei niedrigeren Zinsen in einem anderen Währungsraum lohnt es sich, von dort Fremdwährungskredite aufzunehmen, wie es deutsche und vor allem österreichische Häuslebauer sehr lange praktizierten, bis zuletzt der Leitzins in der Eurozone auf einen Tiefststand sank. All das beeinflusst die Kurse an der Forex.