Forint Euro Devisenkurs

Forint Euro bewegen sich in einer sehr engen Range zueinander, was angesichts der recht guten Wirtschafsdaten Ungarns nicht verwundern muss. Die Notenbank kann die Leitzinsen senken, die Inflation ist äußerst niedrig, auch die Arbeitslosigkeit verharrt auf einem Fünf-Jahres-Tief (Stand: Mai 2014). Die ausgezeichnete Leistungsbilanz des Landes verschafft dem Forint Auftrieb, das Paar Forint Euro bewegt sich nur wenig, weil der Euro aktuell auch recht stark ist.

Forint Euro: Vergleich der Wirtschaftsdaten

Die Inflation in Ungarn liegt aktuell bei äußerst niedrigen 0,1 Prozentpunkten pro Jahr, de facto herrscht eher Deflation (die gemessene Inflation bezieht sich auf einen Warenkorb, der die Gesamtwirtschaft eher unzureichend widerspiegelt). Das könnte den Forint Euro Kurs sogar steigen lassen, was ein Novum wäre, denn eine so niedrige Inflationsrate ist für das osteuropäische Land keinesfalls selbstverständlich. Dieses hatte seine historische Währung, deren Ursprünge ins 13. Jahrhundert zurückreichen und die Ende des 19. Jahrhunderts durch ungarische Kronen, später durch Pengő ersetzt worden war, 1946 wieder eingeführt.

Im kommunistischen Ungarn blieb der Forint relativ stabil, auch nach der Einführung marktwirtschaftlicher Reformen in den 1980er Jahren, die der Schweiz des Ostens eine hohe Prosperität verschafften. Dennoch bestand nicht nur politisch, sondern auch realwirtschaftlich eine Planwirtschaft, die 1991 kurz nach dem Sturz des kommunistischen Regimes ad acta gelegt wurde. Nun inflationierte der Forint drastisch, die Raten erinnerten an Dritte-Welt-Staaten. 1991 kämpfte Ungarn mit einer Inflation von 32,2 % und steuerte entschlossen gegen (was leider rechten Parteien Auftrieb gab), 2009 waren 5,6 % erreicht, 2010 lediglich 3,7 %, nun sind es 2014 nur noch 0,1 % und damit praktisch alle inflationären Tendenzen absolut überwunden. Die EZB hält in entwickelten Staaten eine Inflation von 2,0 – 2,5 % für gesund. Das EU-Land Ungarn wird sicherlich auch irgendwann den Euro einführen, tritt aber aktuell noch nicht dem Wechselkursmechanismus II bei und dürfte bis mindestens 2020 bei seiner Landeswährung bleiben. So lange wird es voraussichtlich das Paar Forint Euro geben.

Derweil erwägt die Nationalbank Ungarns, den Leitzins von aktuell 2,50 % zu senken (EZB: 0,25 %), die letzte Senkung liegt allerdings erst einige Wochen zurück (Stand: Mai 2014). Doch seit 2012 gab es immerhin 21 Leitzinssenkungen von damals 7,00 % auf nun 2,50 %, auch diese rasanten Senkungen sind ein Rekord. Mit den Leitzinssenkungen, welche sich die ungarischen Nationalbanker bei praktisch null Prozent Inflation locker leisten können, dürfte die ungarische Wirtschaft weiter an Fahrt aufnehmen. Im Außenverhältnis zu anderen EU-Staaten, welche die wichtigsten Handelspartner Ungarns sind, blickt man auf sehr stabile und monetär ausgewogene Wirtschaftsbeziehungen, das Paar Forint Euro dürfte damit sehr stabil bleiben und kann Forex Spekulanten aktuell nicht locken. Für die stabile Wirtschaftslage sprechen auch die aktuell durchaus niedrigen Arbeitslosenzahlen auf einem Fünf-Jahres-Tief.

Der Bestand von Forint Euro

ist allein dadurch gewährleistet, weil das Land dem Währungskursmechanismus II – einem maßgeblichen Konvergenzkriterium für die Euro-Einführung – aktuell noch nicht beitreten kann. Anders als etwa Schweden, Dänemark, Großbritannien und Tschechien, die dem WKM II nicht beitreten wollen (weil sie den Euro ablehnen), erfüllt Ungarn trotz aktuell recht guter Wirtschaftslage noch nicht einige wichtige Maastricht-Kriterien wie die Höhe des Haushaltsdefizites und der Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP. Allerdings liegen die Ungarn nicht mehr weit von diesen Kriterien entfernt, die Neuverschuldung etwa bewegt sich mit rund vier Prozent nur leicht über der Maastricht-Grenze von drei Prozent, die Deutschland und Frankreich auch schon überschritten hatten (beide Länder in den 2000er Jahren).

Dennoch schaut die Eurozone nach wie vor kritisch auf den IWF-Mitgliedsstaat Ungarn (schon seit 1982), denn bis 2008 lebte das Land teilweise aus Mitteln des Währungsfonds, die zwar pünktlich getilgt wurden, aber immer Fragen zur wirtschaftlichen Stabilität aufwerfen. Einzig der Forint Euro belegt schon länger, dass das Land auf einem guten Kurs ist, seine gegenwärtige Stabilität dürfte Vertrauen genug schaffen. Möglicherweise verabschieden sich die Ungarn eher als gedacht von der eher schwach emotional besetzten Währung, sodass es Forint Euro doch keine 15 Jahre mehr gibt.