Kopf Schulter Formationen erkennen lernen

Die Schulter Kopf Schulter Formation oder SKS gehört zu den bekanntesten und am häufigsten zitierten Chartformationen. Ihren Namen hat sie aus dem Bild zweier Schultern – also auf- und absteigender Kurse – rechts und links von einem Kopf, der durch einen noch höher aufsteigenden und wieder absteigenden Kurs gekennzeichnet ist. Dieses Bild gibt es auch in der spiegelbildlichen Umkehrung als umgekehrte oder inverse SKS. In beiden Fällen soll die Schulter Kopf Schulter Formation und ihre Inversion eine Trendwende einleiten, es handelt sich also um Umkehrformationen. Die SKS stellt die Spitze und nachfolgende Umkehr nach einem Aufwärtstrend dar, die inverse SKS das Tief und den nachfolgenden Aufschwung nach einem Abwärtstrend.

Beschreibung der SKS

Ein Chart sagt hier mehr als tausend Worte, daher nur die Kurzbeschreibung der Schulter Kopf Schulter Formation:

  • Der Kurs steigt nach einem Aufwärtstrend zu einem Hoch und sinkt relativ symmetrisch wieder auf ein Niveau, das man später als Nackenlinie identifizieren wird. Noch sieht das Bild aus wie ein normaler Rücksetzer im Aufwärtstrend, es wurde hiermit aber die linke Schulter gebildet.
  • Der Kurs schwingt sich erneut deutlich über das vorherige Hoch auf, bildet ein neues Hoch und fällt wiederum relativ symmetrisch auf die Nackenlinie zurück (Kopf).
  • In einem dritten Anlauf bildet der Kurs nochmals ein Hoch bis zur Spitze des ersten, niedrigen Hochs, fällt zurück und hat nunmehr die rechte Schulter gezeichnet.

Nun kommt es auf den weiteren Verlauf an, ob die SKS ihrer Funktion als Umkehrformation gerecht wird. Fällt der Kurs jetzt unter die Nackenlinie, was häufig mit großem Schwung geschieht, wurde die Trendwende eingeläutet. Der Kurs kann nachfolgend sehr weit fallen, die Schulter Kopf Schulter Formation war das Top eines vorhergehenden, häufig länger währenden Aufwärtstrends. Dasselbe gibt es spiegelbildlich als Trendbruch nach einem Abwärtstrend.

Bestimmung einer echten Schulter Kopf Schulter Formation

Obgleich es die SKS und ihre Inversion idealtypisch nur selten gibt, sollte das Bild doch einige Eigenschaften aufweisen, damit die entsprechenden Kopf-Schulter-Formationen zu identifizieren sind:

  • Die sogenannte Nackenlinie muss relativ waagerecht durch eine Gerade zwischen den Korrekturtiefs gebildet werden. Eine zu starke Neigung verwässert das Bild stark und lässt an der Funktion der SKS zweifeln.
  • Die beiden Hochs der rechten und linken Schulter sollten nicht zu sehr voneinander abweichen, am besten höchstens zwei bis drei Ticks.
  • Das ganze Bild überzeugt durch Symmetrie. Die asymmetrische SKS verfehlt sehr oft ihre Funktion als Trendwendemuster, wird aber gern von Tradern als SKS (inverse SKS) interpretiert, weil diese Formationen so vermeintlich klare Aussagen liefern.

Auch die Umsätze spielen bei der Bestimmung einer SKS eine Rolle. Besonders der Aufschwung zum Kopf ist meist zunächst von einem hohen Volumen geprägt, das dann rasch abnimmt – das ist eines der wichtigen Trendwendesignale. Damit deutet sich die Abschwächung des Aufwärtstrends eindrucksvoll an. Wenn schließlich nach Ausbildung der rechten Schulter die Nackenlinie unterschritten und damit die Trendwende endgültig eingeleitet wird, nimmt das Volumen durch Verkäufe stark zu. Auch das Momentum steigt im Idealfall stark an. Beim Zusammentreffen dieser drei Signale – charttechnisches Bild (Unterschreiten der Nackenlinie nach vollendeter SKS), hohes Volumen und hohes Momentum beim Unterschreiten der Nackenlinie – können Trader der Trendumkehr recht zuverlässig vertrauen.