Scalping Strategie

Beim Scalping nehmen die Trader kürzeste Bewegungen im Kursverlauf mit, sie „scalpen“ sie und hoffen dabei auf kleinere Gewinne, die in der Summe ein ausreichendes Einkommen generieren. Verluste entstehen dabei ebenso, jedoch soll der Endsaldo positiv ausfallen. Es sind hierzu zwei entscheidende Voraussetzungen nötig: Die Trader müssen recht hoch kapitalisiert sein, um mit höchstens einem Punkt (Pip) Gewinn die Gebühren und/oder den Spread zu erwirtschaften, zudem sind viele Aktivitäten nötig. Scalper führen manchmal mehrere Hundert Trades pro Tag durch. Zu beachten wäre, dass einfache Scalping Strategien wirklich nur auf die Mitnahme kurzer Bewegungen zielen, es gibt weder versetzte Stopps noch Hedging. Diese Optionen gehören zum komplexeren Scalping.

Kapitalisierung beim einfachen Forex Scalping

Wie hoch die Kapitalisierung beim einfachen Scalping ausfallen muss, hängt in entscheidendem Maß vom gewählten Handelsinstrument ab. CFDs werden gebührenfrei gehandelt und sind eigentlich die klassischen Scalping-Instrumente, lediglich der Spread von einem oder zwei Punkten ist hier zu erwirtschaften. Der Scalper wird daher eine Position nach dem Buchen sofort mit einem Stopploss über dem Spread – in der Regel zwei Punkte (auch bei einem Punkt Spread) – versehen und nun hoffen, dass sie sich weiter in den Gewinn bewegt. Wenn das so durchgeführt wird, spielt die Kapitalisierung keine so große Rolle wie beim gebührenpflichtigen Buchen eines Knock-outs. Die Kapitalisierung beim CFD-Scalping muss nur so hoch ausfallen, dass mehrere Verluste hintereinander verkraftet werden und der Trader trotzdem handlungsfähig bleibt.

CFD-Scalping ist daher schon mit einem Einsatz unter 1.000 Euro möglich, wobei der Trader beachten muss, dass dieses Geld zur Hälfte oder auch fast vollständig verloren gehen kann, wenn der Markt stark gegen ihn läuft und die gewählte Strategie nicht passt. Dazu gehört beispielsweise, dass das Momentum für ein Scalping hoch genug ausfällt. Wer nun mit Knock-outs ans Scalping geht, kann eine Position selten unter einem Kapitaleinsatz unter 1.500 Euro buchen. Der Hintergrund: Mit dem Spread geht der Trader ähnlich um wie beim CFD, jedoch muss die Gebühr für den Ein- und Ausstieg erwirtschaftet werden, die selbst beim günstigsten Broker kaum unter 12,00 Euro kostet. 1.200 Knock-outs zu einem Preis von leicht über einem Euro (nur dann ist das Einbuchen per Kaufstopp möglich) würden also mit einem Punkt Gewinn die Gebühr erwirtschaften, und knapper geht es kaum.

Da der Devisen Trader selten glatt bei 1,01 Euro – dem Einbuchungspreis bei Kaufstopps – in die Position hereinkommt, sondern in der Regel einen Knock-out zum Preis von ~1,20 – 1,30 € wählt und dann den Kaufstopp pro- oder antizyklisch verschiebt, ergibt sich ein komfortables Scalpen ab einem Grundkapital von ~1.500 Euro. Mehr ist immer besser, denn es können beim Scalpen durchaus zehn Verluste (und mehr) hintereinander entstehen. Beim komplexen Scalpen mit mehreren Stopps und Hedging wird ein Vielfaches dieses Kapitals benötigt.

Die einfachste Scalping Strategie

besteht darin, eine Konsolidierung zu wählen und über ihrem oberen oder unteren Rand Kaufstopps für Call- oder Put-Positionen zu setzen. Theoretisch kann es Orderprogramme geben, die nach dem Einstoppen sofort einen Verlustbegrenzungsstopp zwei bis drei Punkte über den Einstieg setzen, jedoch sitzen Scalper ohnehin vor dem Rechner, verfolgen das Geschehen und setzen ihren Stopp von Hand. Zu beachten ist beim einfachen Scalpen mit nur einer Position und einem Stopp, dass die Internetanbindung und der Rechner schnell und zuverlässig sein müssen und es hinsichtlich des Brokers keinerlei Ausfälle geben darf.

Ein negatives Beispiel liefert hier der sehr preisgünstige und daher beliebte Discounter flatex, der für gelegentliche Ausfälle berüchtigt ist. Diese Ausfälle kommen nicht alle Tage vor (manchmal nur einmal pro Halbjahr) und dauern inzwischen auch nicht mehr lange. Oft funktioniert die Plattform nach wenigen Minuten wieder, die jedoch beim Scalpen einen sehr hohen Verlust bedeuten können. Einen Tipp für flatex-Trader haben wir hier: Wenn die Plattform stillzustehen scheint, googeln Sie nach flatex und melden Sie sich aus der Google-Suche heraus neu an, das funktioniert sofort (Stand: Sommer 2014).

Wenn nun eine Position an der beschriebenen Stelle per Kaufstopp eingebucht wurde, setzt der Scalper unmittelbar danach seinen Stopp zwei oder drei Punkte über den Einstiegspreis. Es gibt hier nichts zu beobachten, dazu ist das Geschehen zu schnell: Beim Broker wird das Orderbuch beobachtet, wenn die Position eingebucht wurde, geht der Scalper sofort auf „Depot“, schaut sich seinen Einstiegspreis an und setzt den Stopp. Sollte der Kurs inzwischen gedreht haben, wird der kleine Verlust verkraftet, ansonsten der Stopp meist im Sekundentakt nachgezogen.