Schweizer Franken Euro – CHF Euro Umrechner

Beim Währungspaar Schweizer Franken Euro, dessen Kurs unspektakulär verläuft, gibt es seit 2011 eine Besonderheit: Der Schweizer Franken ist auf eine Untergrenze von 1,20 gegen den Euro limitiert, die Schweizer Notenbank hat aufgrund einer zu großen Stärke der einheimischen Währung entsprechend interveniert.

Das ist im gegenwärtigen Währungsgeschehen zwischen den etablierten großen Währungen (den „Majors“) recht ungewöhnlich. Es erklärt sich aus der damaligen Euroschwäche ebenso wie aus der traditionellen Flucht der Anleger in den sicheren Hafen des Schweizer Frankens.

Schweizer Franken Euro: Wie verläuft aktuell der Kurs?

Wer mit Währungen spekuliert, hat an der Paarung Schweizer Franken Euro keine große Freude, es sei denn, er ist ein sehr vorsichtiger Spekulant: An diesem Kurs kann aktuell (Frühjahr 2014) nichts aufregen. Es gibt einen ganz leichten Aufwärtstrend des Franken gegen den Euro im Verlauf des letzten Jahres von rund 0,80 auf gegenwärtig 0,82 Euro für einen Franken. In umgekehrter Rechnung notiert der Euro gegen den Franken bei reichlich 1,21 und somit knapp über der von der SNB festlegten Untergrenze für das Paar Schweizer Franken Euro. An diesem Limit wird die Schweizer Nationalbank auch vorläufig festhalten, wie sie am 20. März 2014 verlauten ließ.

Dabei unterscheidet sich die Geldpolitik der beiden Währungsräume Euro und Schweizer Franken nicht, denn die SNB hält ebenso wie die EZB ihre Leitzinsen auf einem Rekordtief, sogar noch einen Tick niedriger als bei der EZB: Bei Letzterer sind es glatt 0,25 %, die Schweizer präferieren einen Korridor zwischen 0,00 – 0,25 % (ähnlich die FED). Dass die Schweizer dennoch ihre Devisenkurse aktuell limitieren müssen (die SNB besorgt das mit Währungs-Stützkäufen), verweist einmal mehr auf die Bedeutung des Schweizer Frankens als Anlagewährung. So eine Position muss sich eine Währung erst einmal erarbeiten, das dauert nicht Jahrzehnte, sondern Jahrhunderte.

Die wirtschaftlichen Ähnlichkeiten beim Schweizer Franken Euro

Nicht nur währungspolitisch, auch wirtschaftlich ähneln sich die Währungsräume beziehungsweise die dahinterstehenden Volkswirtschaften. Die Schweiz ist – man glaubt es kaum – von einer realen Deflation betroffen, vor der sich im Alpenstaat niemand zu fürchten scheint. Bei einem für 2014 erwarteten Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozet sank die Inflationserwartung zuletzt von 0,2 auf null Prozent. Erst für 2015 erwartet die SNB wieder eine ganz leichte Teuerung von 0,4 Prozent. Das sind praktisch japanische Verhältnisse, vor denen sich Europäer wie Amerikaner aktuell gruseln, denn eine Inflationsrate unter zwei Prozent gilt als ungesund.

Die Thematik hatten nur die Europäer seit der verheerenden Inflation der 1920er/1930er Jahre verdrängt, nichts schien seither schlimmer als eine Inflation. Dass Deflation – sinkende Preise, abwartende Verbraucher, damit schrumpfende Wirtschaft – genauso schlimm sein kann, bedachte bislang niemand. Nun ist die faktische Deflation in der Schweiz Realität, doch was bedeutet dass für den Schweizer Franken Euro und den Devisenhandel? Wenig bis nichts, denn die betonharte Untergrenze von 1,20 macht Spekulationen obsolet, die umgekehrte Entwicklung hingegen – fallender Franken – ist vollkommen unwahrscheinlich. Zu robust ist die Wirtschaft des kleinen Alpenstaates, zu solide arbeiten die Schweizer Banken mit ihrem Geld, sodass der Schweizer Franken wie eh und je wohl neben dem Gold einer der sicheren Häfen dieser Finanzwelt bleiben wird.

Wie kam es denn zum 1:1 Kurs beim Schweizer Franken Euro?

Was vorher niemand erwartet hätte, wurde 2011 Realität: Der Schweizer Franken Euro notierte über längere Phasen bei 1:1, zeitweise war der Franken sogar einen Tick teurer als der Euro. Einen Währungsrechner brauchte man für den CHF Euro Kurs selten. Das war der damaligen Eurokrise geschuldet, die nicht der erste Anlass der Währungsgeschichte war, der den Franken aufgewertet hatte. Schon immer flüchtete das Kapital bei wirtschaftlichen und politischen Unruhen in den Schweizer Franken, die Nachfrage erzeugte dann den entsprechenden Aufwertungsdruck. Eigentlich sollte der Franken mit der Euroeinführung diese Rolle etwas einbüßen, jedoch erwies sich der Euro – auch durch die Schummelei einiger Mitgliedsländer wie Griechenland – als vergleichsweise instabil. Das verschaffte dem Schweizer Franken Euro seinen enormen Aufschwung, bis die SNB die Notbremse zog, um die starke Schweizer Exportwirtschaft nicht zu gefährden.