Trading Psychologie an der Forex

Der Forex Markt ist der liquideste und rasanteste Markt überhaupt, zudem bieten Broker hier hoch gehebelte CFDs an, die dem Geschehen einen zusätzlichen Turbo aufsetzen. Der Hintergrund ist einfach zu verstehen: Wer wirklich Währungslots, selbst Mini- oder Mikrolots handeln würde, müsste für relativ marginale Bewegungen stets 100.000 (Lot), 10.000 (Minilot) oder immer noch 1.000 (Mikrolot) Einheiten einer Währung in die Hand nehmen. Das ist etwas für institutionelle Investoren, die reale Geschäfte an der Forex absichern, etwa internationale Banken und Großkonzerne, die mit fremden Währungen operieren. Der private Trader nutzt die gehebelten CFDs oder auch Knock-outs, um von den Call- und Put-Bewegungen eines Währungspaares zu profitieren. Diese Bewegungen fallen gehebelt rasant aus. Das bringt den Aspekt der Trading-Psychologie ins Spiel, die nach bestimmten Auffassungen generell über Gewinn oder Verlust entscheidet.

Trading-Psychologie für die ersten Forex Trades

Auch nicht ganz unerfahrene Trader müssen sich an der Forex neu orientieren. Noch ungewohnter ist das Terrain durch die Kombination der schnellen Forex mit den Turbo-CFDs, welche die Geschwindigkeit potenzieren. Ohne Strategie geht hier nichts, doch auch die Emotionen wollen kontrolliert werden – Analysekenntnisse allein bringen noch keinen Erfolg. Zur Kontrolle dieser Emotionen gehört, eine Strategie mit allen Verlusttrades durchzuhalten, der schwerste Punkt überhaupt. Trader sollten von vornherein eine Strategie wählen, mit der sie auch emotional leben können. Es gibt beispielsweise sehr erfolgreiche Techniken, die auf seltene Trades (alle ein bis zwei Tage) im Daytradingbereich setzen. Der Trader identifiziert ein Signal und steigt dort per Kaufstopp für eine Call- oder Put-Position ein, wenn das Signal erreicht wird, setzt dann seine Stopps auf eine bestimmte, kalkulierte Weise und folgt dem Kurs, wenn sich das Signal bestätigt.

Sollte er ausgestoppt werden, wartet er auf das Erreichen des nächsten Signals, was ein oder zwei Tage dauern kann. Mit dieser Strategie sind exorbitante Gewinne möglich, wenn die Signale stimmen, doch das Warten ist sehr schwer erträglich – wo es doch scheinbar so viele andere Gelegenheiten gibt. Wer so etwas nicht aushält, kann auf Langfriststrategien mit Neueinstiegen und Hedging oder auch auf Scalping setzen – Hauptsache, die Strategie geht (vorerst beim Demotrading) auf und der Trader fühlt sich wohl dabei. Was natürlich in den Bankrott führt, ist eine Strategie des reinen Spiels mit laufend neuen Einsätzen, ohne konsequent auf Gewinne zu achten. Das bedeutet, beim Trading sind nur begrenzt positive Emotionen möglich. Die Börse treibt uns an unsere gefühlsmäßigen Grenzen.

Was passiert ohne abgeklärte Strategie an der Forex?

Ohne Strategie und klaren Kopf wird an der Forex todsicher verloren. Bei einer Aktie ist es möglich, Rücksetzer „auszusitzen“, Stopps können großzügig gestaltet werden. Solche Strategien funktionieren lange in einem prinzipiell haussierenden Markt. An der Forex, die durch Swings geprägt sein muss (eine Majorwährung kann gegen die andere nicht grenzenlos steigen oder fallen), kommt es auf strategische Kontrolle an. Dem steht unsere von Emotionen getriebene Psyche gegenüber. Wer diese beherrscht, befindet sich nach Trader-Sprech „in the zone“ (etwa: in seinem Element) und hat die Emotionen zwar nicht ausgeschaltet, steht aber geistig über ihnen. Die Handlungen erfolgen nun logisch und systematisch, was der Börsenpsychologe Dr. Van Tharp für essenziell hält. Nach seiner Auffassung basieren unsere Tradingerfolge oder -misserfolge zu:

  • 10 Prozent auf Trading-Strategie, zu
  • 30 Prozent auf Money-Management und zu
  • 60 Prozent auf reiner Psychologie.

Die wichtigsten Faktoren sind nach Dr. Tharp die persönliche Einstellung zum Börsenhandel und der persönliche, psychologische Ausblick (Optimismus oder Pessimismus, Spielen oder Gewinnen wollen). Die Strategie muss vorhanden sein, sie ist Handwerkszeug – nicht mehr und nicht weniger. Ginge es allein mit Strategien, wären Expert Advisors (automatische Tradingprogramme) viel erfolgreicher, jedermann würde mit ihnen handeln. Sie sind aber nur so gut wie der geistig-emotional entscheidende Trader, der sie programmiert. Die Auffassung von Dr. Tharp ist aber nicht unumstritten. Andere Experten sind der Auffassung, dass die Gewinner sich hauptsächlich durch eine ausgefeilte Strategie auszeichnen, die sie freilich an das Marktgeschehen anpassen und dann, solange sie von ihr überzeugt sind, auch gegen ihre Emotionen durchhalten.