Tschechische Kronen Euro Umrechner

Das Währungspaar Tschechische Krone Euro hat im vergangenen Jahr einen recht steilen Absturz hingelegt, es brach im November 2013 von 0,039 auf 0,036 ein. Das wirkt in monetärer Betrachtung marginal, jedoch ist es relational sehr viel, denn normalerweise pendelt Tschechische Kronen Euro in einer sehr engen Range, gegenwärtig sind es über Monate nur 0,001 bis 0,002 Punkte.

Das bedeutet, die Tschechen erhalten für ihre Kronen gelegentlich 0,1 bis 0,2 Eurocent mehr oder weniger. Die stabile tschechische Wirtschaft sorgt für ein stabiles Verhältnis Tschechische Krone Euro, weil es schließlich im Euroland nicht nur Wirtschafts- und Exportweltmeister wie Deutschland, sondern auch echte Verlierer wie Griechenland gibt. Ein so stabiles Währungsverhältnis wie beim Paar Tschechische Kronen Euro ist dennoch sehr selten anzutreffen. Es lässt sich aber begründen.

Tschechische Krone Euro: zwei (fast) gleich junge Währungen

Natürlich gab es in der Tschechoslowakei schon sehr lange die Krone, jedoch sind Tschechische Kronen und Euro beides Kinder der Neuzeit: Die Tschechische Krone wurde erst 1993 eingeführt, nachdem sich die Tschechoslowakei in die beiden Nationalstaaten Tschechien und Slowakien geteilt hatte. Der Euro folgte sechs Jahre später mit der Buchgeldeinführung 1999. Tschechien war in den frühen 1990er Jahren schon sehr eng mit Westeuropa assoziiert, die Tschechen wollten unbedingt eine Westanbindung und eine Loslösung vom Sowjetreich beziehungsweise Russland. Sie nutzten ihre enge Nachbarschaft zu Deutschland und Österreich und gingen enge wirtschaftliche Verflechtungen ein, die Übernahme der Škoda-Werke durch den VW-Konzern im Jahr 1990 ist ein deutliches Symbol für diese Politik.

Der Verkauf ging von der damaligen tschechoslowakischen Regierung aus und hat sich als überaus erfolgreich erwiesen, denn Škoda-Autos repräsentieren heute in (West-)Europa und weltweit eine Erfolgsgeschichte. Die Tschechen waren schon immer kompetent und fleißig, ihre Industrieproduktion zumal im Bereich des Automobilbaus und anderer wichtiger Zweige überflügelte die der DDR. Hierzu muss man nur einen früheren Škoda der 1980er Jahre mit einem Trabant oder Wartburg vergleichen. Als nun Tschechien 1993 ein eigener Staat wurde und mit der Tschechischen Krone seine eigene Währung einführte, konnte sich diese Währung auf eine sehr solide Wirtschaft stützen, die der in vielen südeuropäischen Staaten keinesfalls nachsteht, sondern eindeutig wenigstens in Teilbereichen übertrumpft. Das muss einen zumindest stabilen Devisenkurs zwischen Tschechischer Krone und Euro bewirken.

Wie lange wird es das Paar Tschechische Krone Euro noch geben?

Tschechien ist seit 2004 Mitglied der EU und wollte 2010 den Euro einführen. Dagegen gibt es Widerstände in der Bevölkerung und aus der tschechischen Politik und Wirtschaft, weshalb sich die Regierung entschlossen hat, dem Eurowarteraum WKM II (Wechselkursmechanismus II) nicht beizutreten und damit eines der nötigen Konvergenzkriterien für die Euroeinführung bewusst nicht zu erfüllen. Euro-Mitgliedsstaaten verpflichten sich zwar mit dem EU-Beitritt zur Euro-Einführung (bis auf Ausnahmen wie Dänemark und Großbritannien mit einer Opt-Out-Variante), sie müssen aber hierzu Konvergenzkriterien erfüllen, die zum Teil an die Einhaltung solcher Maastricht-Kriterien wie die Schuldenobergrenze, teilweise auch an administrative Auflagen wie den Beitritt zum WKM II gebunden sind. Da die Tschechische Kronen derart stabil zum Euro notiert, fehlt wirklich nur der administrative Schritt, den die Tschechen bewusst nicht gehen.

Damit befinden sie sich in bester Gesellschaft, Schweden verhält sich ebenso. Es gibt laut Maastricht-Vertrag auch keinen Zeitrahmen für den Beitritt zum WKM II, solche Staaten können also theoretisch nie oder erst in Jahrzehnten den Euro einführen. Die stärksten Parteien Tschechiens, die meist Regierungspartein sind, stehen der Euro-Einführung sehr skeptisch gegenüber und wissen dabei ihre Bevölkerung hinter sich. Allerdings hat die Slowakei 2009 den Euro eingeführt, und diese beiden Staaten sind wirtschaftlich so eng verflochten wie zwei benachbarte deutsche Bundesländer. Auch die Beziehungen Tschechiens zu Deutschland (besonders zu deutschen Bundesländern wie Bayern und Sachsen) sowie zu Österreich sind sehr stark. Daher erhöht sich vonseiten der tschechischen Wirtschaft der Druck zur Euroeinführung, die nach aktuellen Statements und Prognosen möglicherweise 2019 erfolgen könnte. Das dürfte in etwa mit einer Euroeinführung im ebenfalls sehr wichtigen Nachbarland Polen zusammenfallen, damit wäre dann das Paar Tschechische Kronen Euro Geschichte.