US Dollar Yen Umrechner und Devisenkurs

Das Währungspaar US Dollar Yen gehört zu den Majors, also zu den bedeutendsten Paarungen wichtiger Leitwährungen. Auch der Yen genießt eine entsprechende Bedeutung, seit Japan in den 1980er Jahren zur wirtschaftlichen Großmacht aufgestiegen war.

 Der Weg dorthin war weit, das Land war im 19. Jahrhundert ökonomisch noch relativ unbedeutend, litt dann ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunächst unter den Folgen des verlorenen Krieges, erholte sich aber rasch, zumal die Japaner auf Militärausgaben verzichten konnten – die USA hatten als Besatzer zunächst die Militarisierung des Landes während der Besatzung bis 1952 absolut verboten. Die dadurch freien Ressourcen lenkten die Japaner in die Wirtschaft um und stiegen allmählich immer weiter auf, was ihre Währung ebenso stärkte. Diese bestand seit 1870 und basierte zu Beginn auf Gold und Silber, wurde also als harte Währung etabliert. Der hohe Umrechnungskurs von rund 100:1 zum Dollar und 140:1 zum Euro sollte niemanden täuschen, solche Währungsstückelungen haben traditionelle Gründe. So etwas wie Cent gibt es allerdings in Japan nicht mehr, die unter dem Yen liegenden kleineren Einheiten Sen und Rin (so ähnlich wie Groschen und Pfennige) wurden schon 1954 aufgegeben. Eine feste Koppelung US Dollar Yen gab es direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, der Kurs US Dollar Yen lag damals bei rund 360 Yen für einen Dollar (14. Mai 2014: 101 Yen für einen Dollar).

US Dollar Yen: Entwicklung seit den 1970er Jahren

Bis 1973 blieb der Kurs US Dollar Yen fest, die Koppelung ließ höchstens sehr geringfügige Schwankungen zu. Als das Bretton-Woods-Abkommen von 1944 im Jahr 1973 gescheitert war (infolge der Ölkrise und ebenso durch die Aufgabe des Goldstandards beim Dollar), wurde auch der japanische Yen freigeben. Ab sofort bildete sich der Kurs US Dollar Yen am Finanzmarkt und wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung der beiden wirtschaftlichen Großmächte USA und Japan bestimmt. Japan erlangte diesen Status nach 1980 und wurde vor allem durch seine Hightech-Industrie so stark, dass sich alsbald ein Handelbilanzüberschuss zu den USA ergab und der Yen immer stärker wurde.

Diese Entwicklung überraschte die Weltgemeinschaft, denn a) hatte Japan einen verheerenden Krieg verloren und b) war es per se von einer schwachen Ausgangsposition aus gestartet, denn der Yen war schon seit den 1930er Jahren nicht mehr durch Gold gedeckt, die japanische Wirtschaft war zudem nicht unbedingt als Highflyer aufgefallen. Allerdings lässt sich konstatieren, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung bei den beiden Weltkriegsverlierern Deutschland und Japan ab den 1950er Jahren sehr ähnelte, beide Staaten hatten ihre Wirtschaftswunder. In Japan kam es nur etwas später als in Deutschland. Der Yen wurde schon ab 1964 konvertibel gestaltet (also von In- wie Ausländern unbegrenzt handelbar), zunächst interessierte sich allerdings kaum jemand dafür. Heute gehört er neben dem Dollar, dem Euro, dem Schweizer Franken und dem britischen Pfund zu den Weltreservewährungen.

Diese Position hat sich Japan seit den 1980er Jahren unter anderem durch die Anhäufungen von Währungsreserven geschaffen, die eine solide Basis für Wirtschafts- und Finanzaktivitäten auf den Weltmärkten schafften. Japanische Banken errichteten Dependancen überall auf der Welt, der Yen wurde so begehrt und stark, dass sich schon 1984 ein „Yen Dollar Committee“ aus Finanzexperten beider Staaten konstituieren musste, das die Rahmenbedingungen für das Verhältnis US Dollar Yen neu austarierte. In der Folge wurde der japanische Finanzmarkt im Inland internationalisiert, was dem Kurs der Währung gegen andere Devisen eine realistischere Basis verschaffte.

Der Kurs US Dollar Yen heute

Der Kurs der beiden Währungen kann nach wie vor starken Schwankungen unterliegen und gehört auch für Spekulanten zu den spannenden Assets im Devisenhandel. Für Reisende oder Wirtschaftsunternehmen, die das Währungsverhältnis betrachten, bedeutet das den Zwang zur erhöhten Aufmerksamkeit, denn der Kurs kann durchaus in sechs bis neun Monaten um zehn Prozent und mehr schwanken (zum Vergleich: US Dollar Euro schwankt in so einer Zeitspanne um vielleicht fünf bis sieben Prozent). Seit den späten 1990er Jahren ist der Yen stärkeren Schwankungen und Abwertungstendenzen unterworfen, die BoJ hält den Leitzins unverändert nahe null, das Land lebt seit über einem Jahrzehnt mit einer Deflation. Diese beunruhigende Entwicklung, die durch den Tsunami und die Fukushima-Katastrophe 2011 leider verstärkt wurde, führt im Paar US Dollar Yen immer wieder zu irrationalen Sprüngen – eine Freude für Spekulanten, ein Graus für Wirtschaftsunternehmen.