Wie funktioniert Pyramidisieren mit Binäroptionen?

Pyramidisieren mit Binäroptionen

Pyramidisieren mit Binäroptionen ist eine Methode beim Trading, bei der grundsätzlich Positionen aufgestockt werden. Auf den ersten Blick erscheint die Assoziation mit einer Pyramide sehr einleuchtend, denn wenn zu einer bestehenden Position eine etwas kleinere Position hinzukommt, dann nochmals eine kleinere und so fort, sieht das genau wie eine Pyramide aus. Wer jedoch schon eine Weile mit dem Trading befasst ist, erkennt sehr schnell, dass es mehrere Varianten dieser Spielart geben muss.

Trading mit Pyramide: Welche Möglichkeiten hat der Trader?

Der Trader kann beim Pyramidisieren streng genommen vier Varianten nutzen, die selbstredend in beide Richtungen (für Call- und Put-Positionen) funktionieren:

  • Prozyklisches positives Pyramidisieren: Zu einer bestehenden Position wird eine etwas kleinere Position zugekauft, wenn der Kurs sich weiter in diese Richtung bewegt. Das generiert den Vorteil, dass der Einstiegskurs sich durch den Zukauf nicht so weit erhöht, es besteht höhere Stopploss-Sicherheit.
  • Prozyklisches negatives Pyramidisieren (die Pyramide steht auf dem Kopf): Es werden größere Positionen zugekauft. Das ist riskant, der Einstiegskurs rückt immer näher an den aktuellen Kurs heran. Die Stopploss-Sicherheit sinkt, allerdings erhöht sich bei starken Trends der Gewinn.
  • Antizyklisches positives Pyramidisieren: Bei einem Gegentrend wird die Position mit kleineren Nachkäufen verbilligt.
  • Antizyklisches negatives Pyramidisieren: Bei einem Gegentrend wird die Position mit größeren Nachkäufen verbilligt.

Die Varianten 1) und 4) wirken am logischsten, jedoch haben angesichts der der vielen Optionen an der Börse alle hier vorgestellten Spielarten beim Trading ihre Berechtigung. Zu erwähnen wäre in jedem Fall, dass antizyklische Varianten umstritten sind (“Position verbilligen”), jedoch im Jahr 2015 an Bedeutung gewinnen.

Antizyklisches Trading

Antizyklisches Trading gab es schon immer, daher ist die Diskussion darüber sehr alt. Wer einen ganz normalen Trend betrachtet, der von Rücksetzern durchzogen ist, sagt sich aus dem Stand, dass man doch innerhalb der Rücksetzer billiger zukaufen könne. Das sagt sich im Nachhinein sehr leicht, doch während des Geschehens weiß der Trader nicht, wann der Trend endet. Jedes pro- oder antizyklische Zukaufen ist also ein Risiko. Allerdings verringert sich dieses Risiko, wenn schon eine Position mit einem wesentlich niedrigeren Einstiegspunkt eingegangen wurde: Der antizyklische und dabei positiv pyramidisierte Zukauf ist dann in Wahrheit nicht sehr riskant.

Wir wollen an dieser Stelle auf aufwendige Rechenbeispiele verzichten, die eh keiner liest, und es bildlich verdeutlichen: Der Trader ist eine starke Call-Position an einem Ausgangspunkt eingegangen, der Kurs bewegte sich weiter aufwärts, nun befindet sich der Stopp des Traders längst im Plus. Sollte es einen Rücksetzer geben, folgt der Trader diesem antizyklisch mit einem Kaufstopp für eine etwas kleinere Call-Position. Der Einstiegspunkt bewegt sich damit etwas nach oben, aber durch das positive Pyramidisieren nicht sehr weit (weil die neue Position kleiner ist).

Es gibt für dieses Vorhaben eine wichtige Regel: Der Zukauf soll nur erfolgen, wenn sich die Gesamtposition noch im Plus befindet. Diese Regel für das Trading wirkt wiederum absolut logisch, solange Trends zu erkennen und für das Trading nutzbar sind. Jedoch genügt ein Blick auf die Kurse des Jahres 2015, um festzustellen, dass sämtliche Werte zu starken Swings tendieren, im Forex-Bereich sowieso, aber auch bei den so beliebten Indizes wie dem DAX. Aus diesem Grund gewinnen die oben vorgestellten vier Varianten für das Trading ihre hohe Bedeutung.

Trading nach dem Revelator-Prinzip

Wenn die Akteure bei ihrem Daytrading nämlich davon ausgehen können, dass es gerade im Intraday- und Wochenbereich keine eindeutigen Trends mehr gibt, sondern jederzeit alles passieren kann, dann müssen sie in beide Richtungen pyramidisieren, dabei alle vier Varianten nutzen und den Kaufstopp der Gegenrichtung jeweils als Hedge betrachten. Er wirkt wie ein Stopploss für die andere Richtung, nur dass die Endgültigkeit des finanziellen Verlustes aufgeschoben wird. Vorsicht! Es gibt auch beim Hedging Verlust, die sich aus den negativen Differenzen zwischen den Kaufpunkten für Call- und Put-Positionen ergeben. Wer allerdings dieses Revelator-Prinzip mit den vier Varianten des Pyramidisierens verbindet, erlangt höchste Flexibilität in seinem Trading.

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